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Rekrut in Kaserne mit Glock angeschossen

Mein Mandant, ein Rekrut, wurde im Assistenzeinsatz von einem Vorgesetzten, der grob fahrlässig mit seiner Dienstwaffe (Glock P80) hantierte, angeschossen und schwer verletzt. Man möchte meinen, bei einem Schussunfall sorgt die Republik für ihre Soldaten – auch wenn sie “nur” Rekruten sind.

Trotz anfänglich gegenteiliger Zusicherungen hat das Bundesheer bzw. die Republik aber monatelang keine Zahlungen geleistet. Auch der Täter hat bislang keinen Schadenersatz gezahlt.

Daher wurde die Lage meines Mandanten von mir öffentlich gemacht, um endlich Bewegung in die Sache zu bringen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der öffentliche Strafprozess am Landesgericht für Strafsachen Graz fand am 26.11.2019 statt. Die im polizeilichen Ermittlungsverfahren behauptete Version des Täters zur Schussabgabe war meines Erachtens technisch nicht schlüssig, sie war mit der Spurenlage (Größe von Täer und Opfer, Durchschusswinkel) und der Schwierigkeit, bei einer Glock “unabsichtlich” den Abzug zu betätigen, nicht in Einklang zu bringen. Die Version meines Klienten hingegen erklärte sowohl die Schussabgabe als auch die Spuren. Am Ende hatte der Strafrichter keine Zweifel an der Version meines Klienten und verurteilte den Täter zu 4 Monaten bedingter Haft und 240 Tagessätzen unbedingter Geldstrafe.

Als Privatbeteiligter erhielt mein Mandant die dort für einen Teil seines Schadens ein Entschädigungsurteil. Der restliche Schaden ist wie üblich am Zivilrechtsweg zu regeln.

 

 

 

 

 

Über den Prozess wurde vom ORF (ab Min 3:36; ORF.at), ATV (ab Min 1:34) und Printmedien (Krone, Kurier, OÖN etc.) berichtet.

Dr. Lorenz Kirschner

Rechtsanwalt und Sportschütze